Heute wurde mir wieder bewusst, warum ich meinen Beruf als Landarzt so liebe.

Mitten in der Sprechstunde rief eine weinende ältere Dame in unserer Praxis an. Sie pflegt ihren krebskranken Mann zuhause und war völlig verzweifelt und mit der Situation überfordert. Meine Kollegin hatte mit ihr telefoniert und sofort gespürt, wie dringend die Lage war. Genau das zeichnet meine wunderbaren MFA-Kolleginnen aus: Sie kennen unsere Patienten, ihre Geschichten, ihre Sorgen und Ängste – weil sie ihnen regelmäßig begegnen und zuhören.

Während die Sprechstunde voll war und der Zeitdruck groß, kam eine Kollegin zu mir und fragte, ob ich einen dringenden Hausbesuch machen könne. In solchen Momenten darf man eigentlich nicht lange überlegen. Es geht um Menschen, die Hilfe brauchen.

Natürlich hätte man auch direkt den Rettungsdienst rufen können. Aber hier auf dem Land wenden sich viele Menschen zuerst vertrauensvoll an ihren Hausarzt. Also machte ich mich sofort auf den Weg und nahm bereits alle Unterlagen für eine mögliche Krankenhauseinweisung mit.

Vor Ort öffnete mir eine völlig erschöpfte und verzweifelte etwa 80-jährige Frau die Tür und führte mich direkt ins Schlafzimmer. Dort lag ihr Mann – stark ausgetrocknet, in deutlich reduziertem Allgemeinzustand und mit Hinweisen auf eine mögliche innere Blutung durch dunklen Stuhlgang.

Gemeinsam konnten wir ihn schließlich überzeugen, ins Krankenhaus zu gehen. Mit Unterstützung meiner großartigen MFA-Kolleginnen organisierten wir alles Weitere. Und am Ende sah und spürte ich die Dankbarkeit dieser beiden Menschen.

Ja, der Tag war stressig. Ja, ich lag danach mit meiner Sprechstunde deutlich hinter dem Zeitplan.

Aber genau solche Momente geben mir Kraft. Sie erinnern mich daran, warum ich diesen Beruf ausübe.

Ich empfinde echte Liebe für meine Arbeit als Landarzt. 🙏

Ich freue mich mit Elisabeth Hussendörfer über solche Erfahrungen in unserem Podcast „Gesund geplaudert„ sprechen zu können ♥️

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